Pyrenäenberghund
Pyrenees mountain dog
Chien de Montagne des Pyrénées

Herkunft und Geschichte

Bereits im Mittelalter war der imposante Pyrenäenberghund bekannt. Gaston Phoebus dokumentierte seine Existenz schon im 14. Jahrhundert.

Wie bei allen weißen Hirtenhundrassen scheint auch beim Pyrenäenberghund Rassebeschreibung - Belle in der Heideder Ursprung im Molosser und Bronzehund zu finden sein. Der Überlieferung nach trieben Hirten im Mittelalter große Rinderherden aus Ungarn nach Südfrankreich und so wird auch der ungarische Kuvasz zu seinen Vorfahren gezählt werden können.

Ursprünglich als unverzichtbarer Bewacher und Beschützer der Herden in den Bergen der Pyrenäen als reiner Hirtenhund gehalten, wurde dieser kräftige weiße Riese im 15. Jahrhundert erstmals urkundlich als Bewacher von Schlössern erwähnt und avanciert im 17. Jahrhundert zum geschätzten Gesellschaftshund. Seine Anwesenheit am Hofe Ludwigs des XIV dürfte wohl seiner Prominenz durchaus förderlich gewesen sein. Vorübergehend in Vergessenheit geraten, verhalf der zunehmende Tourismus in die Pyrenäen diesem unübersehbaren Hund wieder zunehmend zur Beachtung.

Eine erste ausführliche Beschreibung ist 1897 im Buch des Grafen von Bylandt zu finden. 1907 wurde der erste Rasseklub gegründet und 1923 wurde der offizielle Standard der Rasse im Société Centrale Canine de France eingetragen. Ausgenommen einiger Präzisierungen hat sich der heutige Standard im Vergleich kaum verändert.

In Deutschland wurde der Pyrenäenberghund erstmals 1937 in Sachsen vom Fürsten Günter von Schönburg-Waldenburg gezüchtet. Anfänglich war dieser stattliche Hund in Deutschland kaum vertreten, seit 1985 erlebt seine Zucht jedoch neuen Aufschwung.

Traditionell sind die Züchter im KfUH nach wie vor bemüht, in sorgfältiger Auswahl gezielt auch ausländische Zuchtpartner in die deutsche Zucht zu integrieren, um einen hohen Qualitätsstand zu erhalten sowie eine breite Zuchtbasis zu erreichen.

Charaktereigenschaften

Ausgehend von seiner ursprünglichen Verwendung als ausschließlicher Schutzhund gegen Raubtiere zeigt der Pyrenäenberghund nach wie vor ausgeprägte Wachsamkeit. Seine imposante Größe tut ein Übriges, Feinde abzuschrecken. Er strahlt achtungsgebietende Ruhe und Souveränität aus.

Er hat einen Hang zu Unabhängigkeit und Eigeninitiative. Gleichzeitig wird er als sehr sanftmütig gegenüber seinen Familienmitgliedern mit starker Bindung an seine „Schützlinge“ beschrieben. Hiervon profitieren insbesondere Kinder und kleine Haustiere, zu denen er eine starke Bindung entwickelt.

Mit hoher Reizschwelle ausgestattet, zeigt er sich gutmütig gegenüber Schwächeren, was ihn zu einem außerordentlich angenehmen Familienmitglied werden lässt.

Auf Zwangsmaßnahmen jeglicher Art reagiert er ablehnend, sie bewirken leicht das Gegenteil des Gewünschten und zerstören das unverzichtbare Vertrauen.

Als selbstständiger denkend und handelnder Hund kann er Situationen gut und richtig einschätzten, gilt zudem im Verhalten gegenüber fremden Hunden als erfreulich friedfertig und umgänglich.

Welche Anforderungen stellt der Pyrenäenberghund an seinen Besitzer?

Der Pyrenäenberghund benötigt unbedingt vollen Familienanschluss, andernfalls verkümmert er. Liebevolle Zuneigung, Geduld und Konsequenz in der Erziehung von Anbeginn lassen ihn jedoch zu einem idealen Familienhund werden, der kaum Wünsche offen lässt.

Im Umgang mit diesem beeindruckenden Hund ist Souveränität, Langmut und logische Folgerichtigkeit gefragt, ansonsten wird Sie ihr Hund nicht „ernst“ nehmen. Härte oder Gewalt wären allerdings absolut fehl am Platz. Das so wichtige gegenseitige Vertrauen muss unbedingt gefördert und erhalten werden. Sein ruhiges und sanftes Wesen kennzeichnen diesen großwüchsigen Hirtenhund und machen ihn zu einem angenehmen Begleiter, welcher unter geduldiger Anleitung auch entsprechende Prüfungen im Hundesportwesen absolvieren kann.

Ein Haus mit gut umzäuntem Grundstück sollte die Voraussetzung für das Zuhause eines Pyrenäenberghundes sein. Er liebt es, Platz zu haben und seine angeborene Wachsamkeit ausleben zu dürfen.

Die Erziehung des Pyrenäenberghundes

Seinen Charaktereigenschaften entsprechend benötigt der Pyrenäenberghund eine konsequente und gleichzeitig verständnisvolle Erziehung. Geduld und eine gewisse Autorität sind gefragt.

Wie vorab erwähnt, reagiert dieser große, kräftig gebaute Hund auf Gewalt mit Ablehnung. Einfühlungsvermögen und liebevolle Geduld sind die besten Hilfsmittel in der Erziehung, welche durchaus auch in einer Begleithunde-Prüfung gipfeln kann. Selbst im Fährten- und Rettungshundewesen zeigten Pyrenäenberghunde schon beachtliche Leistungen.

Dieser als „sanfter Riese“ bezeichnete Hirtenhund kann sich nur den Erwartungen entsprechend entwickeln, wenn er von früh auf eng in die Familie eingebunden wird. Die Vorbereitung zu dieser Haltung wird bereits von unseren Züchtern im KfUH geleistet und muss in der übernehmenden Familie mit Verständnis und in liebevoller Integration fortgeführt werden.

Quelle: www.KfUH.de